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E-Rechnung 2026: Was Selbstständige jetzt wirklich tun müssen

Von Florian Reichardt · 19.08.2026 · 3 Min. Lesezeit

Florian Reichardt hält eine leuchtende digitale Rechnung in den Händen

Kaum ein Thema sorgt bei Selbstständigen gerade für so viele Fragezeichen wie die E-Rechnung. Die gute Nachricht vorweg: Das Ganze ist deutlich entspannter, als es klingt – wenn du weißt, was wann für dich gilt. Genau das klären wir jetzt.

Was ist eine E-Rechnung überhaupt?

Erstmal das größte Missverständnis aus dem Weg: Eine PDF-Rechnung per E-Mail ist keine E-Rechnung. Eine echte E-Rechnung ist ein strukturierter Datensatz – in Deutschland vor allem in den Formaten XRechnung (reine Daten) und ZUGFeRD (PDF mit eingebetteten Daten). Der Unterschied: Eine Software kann diese Rechnungen automatisch einlesen und verbuchen. Kein Abtippen mehr, keine Zahlendreher.

Und genau deshalb kommt die Pflicht: Der Staat will, dass Rechnungen zwischen Unternehmen maschinenlesbar werden. Für dich ist das erstmal Aufwand – langfristig aber ein echter Gewinn, weil deine Buchhaltung dadurch automatisierbar wird.

Die Fristen: Wer muss was ab wann?

  • Seit Januar 2025: Jedes Unternehmen in Deutschland muss E-Rechnungen empfangen können. Ja, auch du. Auch als Kleinunternehmer:in. Ein E-Mail-Postfach plus ein Tool, das die Formate lesen kann, reicht dafür aus.
  • Ab Januar 2027: Unternehmen mit mehr als 800.000 € Vorjahresumsatz müssen im B2B-Geschäft E-Rechnungen ausstellen.
  • Ab Januar 2028: Die Ausstellungspflicht gilt für alle übrigen Unternehmen im B2B-Bereich.
  • Kleinunternehmer:innen (§ 19 UStG) sind von der Pflicht zur Ausstellung dauerhaft befreit – empfangen können müssen sie E-Rechnungen trotzdem.

Merke: Rechnungen an Privatkunden (B2C) sind von der Pflicht nicht betroffen. Es geht um Geschäfte zwischen Unternehmen.

Dein 3-Schritte-Fahrplan

Schritt 1: Empfang sicherstellen (heute)

Lege eine feste E-Mail-Adresse für Eingangsrechnungen fest und nutze ein Buchhaltungstool, das XRechnung und ZUGFeRD lesen kann. Moderne Tools wie Lexware Office machen das längst automatisch – die Rechnung kommt an, wird erkannt und ist verbucht, bevor du deinen Kaffee ausgetrunken hast.

Schritt 2: Ausstellung vorbereiten (dieses Jahr)

Auch wenn deine Ausstellungspflicht vielleicht erst 2028 greift: Stell jetzt schon um. Deine Geschäftskunden werden zunehmend E-Rechnungen von dir verlangen, weil deren Buchhaltung darauf eingestellt ist. Wer früh liefert, wirkt professionell – und spart sich den Stress auf den letzten Drücker.

Schritt 3: Prozesse automatisieren (der eigentliche Gewinn)

Hier wird es schön: Wenn Rechnungen sowieso als strukturierte Daten kommen und gehen, kannst du den kompletten Weg automatisieren – vom Eingang über die Zuordnung zur Bank bis zur Übergabe an deinen Steuerberater/Buchhalter. Die E-Rechnungspflicht ist keine Schikane, sie ist deine Eintrittskarte in die automatisierte Buchhaltung.

Die häufigsten Irrtümer

  • „Ich schicke doch schon PDFs." – PDF ohne strukturierte Daten zählt seit 2025 nur noch als „sonstige Rechnung" und braucht im B2B die Zustimmung des Empfängers.
  • „Als Kleinunternehmer betrifft mich das nicht." – Halb richtig: Ausstellen musst du nicht, empfangen können schon.
  • „Das mache ich, wenn es so weit ist." – Kannst du machen. Aber dann stellst du unter Zeitdruck um, statt jetzt in Ruhe. Und verschenkst bis dahin jeden Monat Automatisierungspotenzial.

Mein Fazit

Die E-Rechnung ist gekommen, um zu bleiben – und sie ist ehrlich gesagt das Beste, was der Digitalisierung deiner Buchhaltung passieren konnte. Wer jetzt umstellt, hat keinen Stress und profitiert sofort. Wenn du dir unsicher bist, welches Tool das für dich am besten erledigt: Genau dafür habe ich meinen kostenlosen Tool-Finder gebaut.

Stand: 19.08.2026. Dieser Artikel ersetzt keine steuerliche Beratung im Einzelfall – dafür sind dein Steuerberater/Buchhalter da.

Florian Reichardt
Florian ReichardtDer langhaarige Buchhalter – seit über 25 Jahren in Buchhaltung & Steuern zu Hause. Hilft Selbstständigen, ihre Buchhaltung zu digitalisieren und mit smarten Tools und KI zu automatisieren. Mehr über mich →
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