Wie ich mit KI in fünf Tagen ein Buch geschrieben habe – und was ich dabei über KI gelernt habe
Freitagabend, kurz vor Mitternacht. Ich klicke mich durch eine Website über ein Tool, mit dem man Bücher schreiben kann. Und denke: Ein eigenes Buch – das schwebt mir ja schon ewig vor.
Fünf Tage später war es auf Amazon. Als E-Book und als Taschenbuch. „Buchhaltung mit KI – Was heute wirklich geht und wo die Grenzen sind.“
Geschrieben habe ich es zusammen mit Claude. Und genau darüber will ich heute ehrlich erzählen: Wie das abgelaufen ist, was die KI richtig gut konnte – und wo ich eingreifen musste. Denn das Buchschreiben war selbst die beste Lektion in Sachen „Arbeiten mit KI“, die ich mir vorstellen kann.
📑 Inhalt
Schritt 1: Erst den Markt anschauen, dann schreiben
Bevor ich auch nur eine Zeile geschrieben habe, hat die KI für mich recherchiert: Welche Bücher gibt es auf Amazon schon zu KI in der Buchhaltung? Was loben Leser in den Rezensionen, was kritisieren sie?
Das Ergebnis war spannend. Es gab rund zehn deutsche Titel zum Thema. Aber fast keiner hatte überhaupt Bewertungen. Viele stammten von anonymen „Redaktionen“, die das gleiche Buch auch für Ergotherapeuten und Vermieter anbieten. Was die Leser sich bei anderen Büchern wünschten: verständlich, sofort umsetzbar, von jemandem aus der Praxis. Und was sie ärgerte: oberflächlich, schnell veraltet, „klingt nach KI“.
Damit war klar, wo die Lücke ist: ein echter Buchhalter, der ehrlich zeigt, was geht – und was nicht. Kein Hype. Das war mein Buch.
Schritt 2: Die KI stellt Fragen, ich rede einfach drauflos
Jetzt kommt der Teil, der mich selbst am meisten überrascht hat.
Ich habe mich nicht hingesetzt und Kapitel getippt. Stattdessen hat mir Claude Fragen gestellt. Eine nach der anderen. Wann war dein Aha-Moment mit KI? Welche Aufgabe hat dich früher am meisten Zeit gekostet? Was sollte ein Selbständiger nie der KI überlassen?
Und ich habe geantwortet. Per Sprachdiktat, an einem Sonntag. Ohne Sinn und Verstand, wie ich es genannt habe. Mit Gedankensprüngen, mit „äh“, mit allem.
Aus jeder Antwort hat die KI dann einen Abschnitt gebaut. In meiner Sprache. Mit meinen Beispielen. Meine Geschichte, wie ich als Buchhalter ausgerechnet mit meinen eigenen Belegen immer auf Kriegsfuß stand? Steht jetzt im Vorwort. Mein Vergleich zwischen Datenschutz und der Wahl zwischen 1-%-Regelung und Fahrtenbuch? Kapitel 3.
Kleine Randnotiz: Die Diktierfunktion hat aus „Kriegsfuß“ übrigens „Kriegswurst“ gemacht und aus „DATEV“ ein „Dativ“. Die KI hat beides erkannt und korrigiert. 😄
Nach acht Fragerunden war das Material für ein komplettes Buch da. Die übrigen Kapitel – Belege, Kontieren, Mahnungen, BWA, Software – hat die KI dann im gleichen Stil ausgearbeitet. Mit über 40 Prompts, Checklisten und einem 30-Tage-Plan.
Schritt 3: Prüfen, prüfen, prüfen
Und hier wird's wichtig. Denn genau das predige ich in meinem Buch – und musste es beim Schreiben selbst beherzigen.
Die KI hat an einer Stelle zum Beispiel geschrieben, mir seien bestimmte Fehler „selbst begegnet“. Stimmte nicht. Ich hatte im Interview sogar gesagt, dass mir noch kein großer Patzer passiert ist. Also raus damit. Im Buch steht nur, was ich wirklich erlebt habe.
Dazu kamen die Fachthemen. Grenzbeträge, Fristen, Prozentsätze: Jede Zahl wurde gegengeprüft. Rechtschreibung lief durch Word. Und das Ganze wurde zusätzlich auf Widersprüche zwischen den Kapiteln untersucht.
Das ist für mich der Kern der Sache: Die KI macht den Entwurf. Ich prüfe. Beim Buch genauso wie bei der Buchhaltung.
Schritt 4: Cover, Druckdatei, Amazon
Auch das Drumherum lief mit KI: das Cover in meinem bekannten Look, die Druckdatei im richtigen Format, Klappentext, Keywords, Kategorien. Sogar eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für das Hochladen bei Amazon KDP.
Und trotzdem gab's Stolpersteine, die keine KI vorhergesehen hat:
- Das falsche Format. Amazon hatte beim Taschenbuch standardmäßig ein anderes Buchformat eingestellt. Sofort kam die Fehlermeldung: Das Cover passt nicht. Ein Klick in den Einstellungen – erledigt.
- Der Preis. Den habe ich nach der Veröffentlichung noch einmal angepasst. Folge: Das Taschenbuch ging erneut in die Prüfung. Lehre: Erst alles prüfen, dann veröffentlichen.
- Die Leseprobe. Zum Buch gibt es eine Begleitseite für Leser. Die Freischalt-Frage stand ursprünglich im Vorwort. Blöd nur: Das Vorwort steckt in der kostenlosen Amazon-Leseprobe. Also habe ich die Frage auf eine Stelle weit hinten im Buch verlegt.
Das sind genau die Momente, in denen Erfahrung und gesunder Menschenverstand zählen. Die KI hat mir Wege gezeigt. Entschieden habe ich.
Und ja: Das steht auch so im Buch
Ich habe kein Geheimnis daraus gemacht. Im Impressum steht klar, dass die Texte auf Interviews mit mir beruhen und mit Unterstützung von Claude ausformuliert wurden. Bei Amazon habe ich die KI-Nutzung ebenfalls angegeben.
Warum? Weil ich es glaubwürdig finde. Ein Buch über KI, das so tut, als wäre keine KI im Spiel gewesen – das passt einfach nicht zusammen. Das Buch ist damit selbst ein Praxisbeispiel für das, was drinsteht.
Was ich dabei über KI gelernt habe
Drei Dinge nehme ich aus diesen fünf Tagen mit:
- Die KI ersetzt keine Erfahrung – sie schreibt sie auf. Die 25 Jahre Buchhaltung kommen von mir. Die Fleißarbeit von der Maschine. Ohne meine Geschichten wäre das Buch eines von vielen austauschbaren KI-Büchern geworden.
- Gute Fragen sind die halbe Miete. Das Interview-Prinzip – eine Frage nach der anderen – hat aus wirren Gedanken klare Kapitel gemacht. Das funktioniert übrigens genauso für Website-Texte, Angebote oder Mandantenmails.
- Prüfen ist nicht optional. Die KI klingt immer überzeugend. Auch wenn sie danebenliegt. Wer das weiß und einen festen Prüfschritt einbaut, kann mit KI unglaublich schnell und gut arbeiten.
Und genau darum geht es auch in meinem Buch. Nur eben nicht beim Buchschreiben, sondern bei deiner Buchhaltung: Belege finden, BWA verstehen, Mahnungen schreiben, Datenschutz einhalten. Mit KI – aber mit Verstand.
Was heute wirklich geht und wo die Grenzen sind. Mit über 40 Prompts, Checklisten zu jedem Kapitel und einem 30-Tage-Plan. Als E-Book und Taschenbuch.
Zum Buch auf Amazon ↗ Mehr zum BuchUnd falls du selbst schon länger mit dem Gedanken spielst, dein Wissen in ein Buch zu packen: Mach es. Mit KI ist die Hürde so niedrig wie nie. Entweder man geht mit der Zeit – oder man geht mit der Zeit.
Hast du Fragen dazu, wie das konkret abgelaufen ist? Komm in meine kostenlose Community und frag mich einfach.
Stand: 10.10.2026. Dieser Artikel wurde sorgfältig recherchiert, gibt aber den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder – Gesetze und Regelungen können sich ändern. Ein Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit besteht nicht. Und er ersetzt keine steuerliche Beratung im Einzelfall – dafür sind dein Steuerberater/Buchhalter da.
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